Pelletöfen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Diese Art der Heizung ist energieeffizient, kosteneffizient und umweltschonend. Es gibt sogar staatliche Förderungen für die Installation neuer Pelletheizungen. So vielversprechend das auch klingt, geht eine Pelletheizung mit einer Herausforderung einher: Es wird ein Pelletlager für die zahlreichen Holzpellets benötigt. Viele Besitzer versuchen sich dabei an einem Selbstbau – das ist allerdings leichter gesagt als getan.

In diesem Artikel erfahren Sie, worauf Sie bei der Planung und Bauausführung eines Pelletlagers achten müssen. Wir helfen Ihnen dabei, den richtigen Standort auszumachen, zeigen Ihnen, welche Eigenschaften ein Pelletsilo erfüllen muss und wie Sie beim Bau vorgehen können. Als erfahrener Brennholzhandel wissen wir genau, worauf es bei der Lagerung von Brennstoff ankommt.

Mann befindet sich in einem Pelletlager und öffnet die Tür eines Brennstoffkessels

Warum lohnt es sich, ein Pelletlager selber zu bauen?

Bevor wir Ihnen zeigen, wie Sie das Bauvorhaben planen und umsetzen, möchten wir Ihnen zeigen, warum es überhaupt lohnend ist, ein Pelletlager Marke Eigenbau zu errichten. So gibt es doch viele Fertiglager und auch die Möglichkeit nach Bedarf und nicht auf Vorrat zu bestellen, steht immer offen. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Vorteile, die Ihnen ein eigenes Pelletlager bietet:

  • Kosteneinsparungen: Ein wichtiger Faktor sind die Kosteneinsparungen. Da Sie Ihren Jahresbedarf an Presslingen lagern können, sparen Sie die Lieferkosten für viele einzelne Ladungen. Außerdem können Sie so zu günstigen Sommerpreisen einkaufen und sich auf den Winter vorbereiten, was langfristig zu spürbaren Einsparungen führen kann.
  • Komfort und Effizienz: Ein eigenes Pelletlager ermöglicht Ihnen auch einen hohen Komfort. So müssen Sie nicht separat Presslinge bestellen, sondern haben immer welche zur Verfügung, wenn sie benötigt werden. Mit einem Saugsystem kann auch eine automatische Verbindung zwischen Ofen und Lager hergestellt werden, was verhindert, dass Sie Brennmaterial manuell nachlegen müssen.
  • Maßgeschneiderte Lösungen: Wenn Sie ein eigenes Pelletlager konzipieren, sind Sie nicht auf die vorgefertigten Silos angewiesen. Sie können eine individuelle Lösung finden, die perfekt zu Ihrem vorhandenen Platz und Ihren Heizbedürfnissen passt. Das sorgt wiederum für einen effizienten Heizbetrieb.

Die richtige Vorbereitung und Bauplanung

Bevor wir ins Detail gehen, möchten wir Ihnen zuerst in einer praktischen Übersicht zeigen, welche Voraussetzungen Ihr Pelletlager erfüllen muss, um rechtlich und funktional einwandfrei zu sein. An diesen Schritten können Sie sich entlanghangeln, um eine geeignete Position zu finden und den Einbau zu planen.

Eignung des Lagerraums prüfen

Zuerst ist es wichtig, den richtigen Lagerraum ausfindig zu machen und dann die Eignung zu überprüfen. Im Folgenden haben wir einen praktischen Überblick für Sie zusammengestellt, in der Sie die wichtigsten Bedingungen nachlesen können:

  • Lage: Ein effektives Pelletlager ist hauptsächlich von der Lage abhängig. Wichtig ist, dass der Raum gut erreichbar ist, um einfache Befüllungen zu ermöglichen. Daher ist die Lage an der Außenwand vorteilhaft. Gut geeignet sind Kellerräume, Dachböden oder Nebengebäude.
  • Klimatische Bedingungen: Damit die Holzpresslinge sicher und trocken lagern können, ist es wichtig, dass der Lagerraum ganzjährig trocken und möglichst frostfrei ist. Statik: Natürlich muss bei der baulichen Maßnahme auch die Statik beachtet werden. Die Umschließungswände und der Boden müssen dem Gewicht der Holzpresslinge standhalten. Bei einem Lagerraum für bis zu 10 t Last, werden Stahlbeton mit einer Stärke von 10 cm oder Mauerziegel mit einer Stärke von 17,5 cm empfohlen.
  • Gesetzliche Anforderungen und Richtlinien: Da der Lagerraum für Brennstoffe gedacht ist, müssen auch die Brandschutzanforderungen des Bundeslandes und die VDI-Richtlinien 3464 erfüllt werden.
  • Eigenschaften: Zudem muss der Lagerraum die Voraussetzungen für die praktischen Funktionen eines Pelletlagers erfüllen. Dazu zählt, dass Schrägböden angebracht werden können und auch Öffnungen und Luken für Einblas- und Absaugstutzen vorhanden sein müssen.
Jemand nimmt Pellets mit einer Hand aus einem mit Pellets gefüllten Sack heraus

Die Berechnung des Lagerbedarfs

Wenn Ihr Raum alle oben genannten Bedingungen erfüllt, stellt sich die Frage, wie viel Volumen die Lagerstätte bieten muss. Dafür führen Sie am besten zuerst eine Berechnung Ihres Jahresbedarfs an Brennmaterial durch. Bei der Konstruktion sollten Sie die Raumhöhe und -breite so ausrichten, um das nötige Raumvolumen gewährleisten zu können.
Wenn Sie von Ihrer alten mit Öl betriebenen Heizung umrüsten, ist der Wärmebedarf Ihrer Wohnung bereits bekannt. Dann gilt es, Ihren jährlichen Bedarf an Heizöl auf die Presslinge umzurechnen. Dabei entspricht 1 l Heizöl etwa 2 kg Holzpresslinge. Wenn Sie mehr über das Verhältnis des Brennwerts dieser beiden Brennstoffe erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel Pellets vs. Heizöl.

Pelletlager selber bauen – Bauausführung im Überblick

Jetzt wissen Sie, welche Eigenschaften Ihr potenzieller Lagerraum aufweisen müssen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie den Raum Schritt ausbauen und welche Elemente für eine einwandfreie und sichere Funktionalität wichtig sind.

Erstellung des Bauplans

An erster Stelle steht die Erstellung des Bauplans, der alle zuvor genannten Anforderungen berücksichtigt. Damit das Pelletlager einwandfrei funktioniert und alle Bedingungen erfüllt, ist eine exakte Bauzeichnung unabdingbar. Für diesen Schritt ist es daher in vielen Fällen ratsam, eine Fachkraft heranzuziehen.

Pelletentnahme einplanen

Ganz zentral für ein Pelletlager ist die Pelletentnahme. Dafür haben sich Kollektoren mit Schneckenaustrag bewährt. Planen Sie entsprechend der Längenmaße des Raums eine passende Fördereinheit ein. Das gilt für Pelletlager mit Schrägböden. Für Räume ohne diese Eigenschaft empfehlen wir Saugentnahmesysteme.

Mann, der einen Festbrennstoffkessel mit Pellets betreibt

Schrägböden im Lager installieren

Ein Schrägboden ist wichtig, damit die Holzpresslinge automatisch zur Entnahme nachrücken. Gut geeignet sind Sperrholzböden, die Sie in einem 45°- bis 50°-Winkel anbringen und mit einer Unterkonstruktion aus Kanthölzern montieren können.

Einblas- und Absaugstutzen

Für die Befüllung des Lagerraums müssen Einblas- und Absaugstutzen angebracht werden. Zudem muss eine Stromversorgung für den Kompressor gegeben sein. Für die Befüllung ist ein Durchbruch vom Lagerraum nach außen notwendig. Das Rohrsystem kann im oberen Bereich des Lagerraums mit einem Abstand von 15 bis 20 cm zur Decke eingebaut werden.

LKW mit einer Ladung Holzpellets auf Paletten, bereit für die Auslieferung.

Türen oder Luken

Laut Brandschutzanforderungen ist es wichtig, dass sich die Türen nach außen öffnen lassen und innen durch Winkelschienen gesichert werden müssen. Um den Füllstand schnell überprüfen zu können, ist es sinnvoll, Sichtfenster aus Plexiglas einzuplanen.

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Pellet Lagerraum selber bauen? So geht's richtig!

Mit unserer Anleitung und unseren wichtigsten Tipps haben Sie jetzt alle Kenntnisse, um mit dem Bau Ihres Pelletlagers beginnen zu können. Ganz zentral für den Erfolg Ihres Projektes ist die richtige Vorbereitung. Begutachten Sie, ob der Raum alle Anforderungen für ein Pelletlager erfüllt, bevor Sie mit dem Einbau beginnen. Wenn Ihr Pelletlagerraum fertig ist, empfehlen wir, dass Sie in unserem Online-Shop Pellets kaufen, die wir Ihnen bequem ins Lager liefern.

Bei uns erhalten Sie Holzpresslinge aus der regionalen Forstwirtschaft, die in zertifizierten Wäldern abgebaut werden. Dadurch verbessern Sie die Umweltbilanz Ihrer Heizung zusätzlich. Wenn Sie statt einer Pelletheizung auf einen klassischen Kaminofen setzen, können Sie bei uns auch Brennholz kaufen, das zerkleinert und vorgetrocknet ist, damit Sie es sofort verbrennen können.

Häufige Fragen zum Thema Pelletlager selber bauen

Sollten an dieser Stelle noch Fragen darüber bestehen, wie Sie einen eigenen Pelletspeicher bauen, werden Sie hier fündig. Wir haben die häufigsten Fragen unserer Kunden und anderer Pelletofen-Besitzer gesammelt und übersichtlich für Sie beantwortet:

Kann ein Öltankraum als Pelletbunker verwendet werden?

Ja, das ist bei einer Umrüstung von Öl- auf Pelletheizungen gängige Praxis. Allerdings müssen Umbaumaßnahmen vorgenommen werden. Beispielsweise müssen Schrägböden und eine Austragung installiert werden. Auch eine gründliche Reinigung ist vor dem Umbau zu empfehlen.

Wie oft muss ein Pelletlager gereinigt werden?

Wir empfehlen eine regelmäßige Reinigung alle 2 Jahre. Alternativ können Sie das Lager nach jeder zweiten oder dritten Befüllung säubern. Der optimale Zeitpunkt ist der Sommer, wenn Sie die Heizungsanlage nicht dauernd in Betrieb halten müssen.

Wie wird ein Pelletlager befüllt?

Ein Pelletlager muss über einen Einblasstutzen verfügen, damit der Lieferant es von außen befüllen kann.

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